Kunsthandwerk
im Dreifaltigkeitshaus
und im Gemeindezentrum Waldesch

Das Altarbild im
Dreifaltigkeitshaus
Altarbilder sind keine Dekoration. Altarbilder repräsentieren das ‚Gegenüber
Gottes’. Die Gemeinde und jeder Einzelne wird herausgefordert, aus sich
herauszugehen, Gott zu begegnen, der sich im Wort und Zeichen wahrnehmbar macht.
Die Begegnung kann sich steigern bis zur Ekstase, bis zu jenem „Weh mir, ich
vergehe!“ (Jes. 6,5). In Konkurrenz und gleichzeitig untrennbar mit dieser
spirituellen Grundhaltung des aus sich herausgehens, der sinnlichen
Aufmerksamkeit steht besonders in der evangelischen Christenheit die Wendung
nach innen, die Abkehr von allem Sinnenhaften, allem Symbolischen und
Anschaulichen. Hier geht es in der Tradition der mittelalterlichen Mystik um das
Schließen der Augen (gr. myein daher: Mystik) um die Kultur der Innerlichkeit.
Diese Spiritualität hat in der ev. Christenheit als Herzensfrömmigkeit stark
gewirkt. Sie hat in der Regel kein Interesse an Altarbildern, denn im Herzen, in
Abkehr von allem sinnlich Erfahrbaren, jenseits von Kult und Symbolik ‚vernimmt’
der Gläubige das Wort Gottes, wenn er sich mit seiner Bibellektüre und seinem
Gebet zurückzieht ins ‚Kämmerlein’, ins ‚Verborgene’ (Mt. 6,6). Im Extremfall
verzichtet er, wie bei Gerhard Tersteegen auf den Besuch des Gottesdienstes.
Das Gegenüber Gottes, das ‚vor Gott sein’ bringt eine Kultur des visionären und
des sinnlich erfahrbaren in Kunst, Musik und Ritual hervor. So verleiht Gott
seinem Wort ‚Ausdruck’, so sollen wir sein Wort ‚verkünden’, es sichtbar und
hörbar machen.
Die andere Erfahrung ist die des ‚Gott in uns’. Der reformierte Mystiker
Tersteegen drückt es so aus: „Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige“ (EG
165,1).
Das Altarbild stellt den brennenden Dornbusch dar. Der Ausschnitt zeigt den
gelben Mittelstreifen, ein Symbol des Göttlichen. Darin finden sich zwei halbe
und ein ganzer stilisierten Nimbus. Die Symbolik deutet ein
Offenbarungsgeschehen, eine Gottesbegegnung an und stammt aus der Formsprache
byzantinischer Ikonen. Die Dreizahl des ganzen und der beiden halben Kreise
interpretiert die Dreifaltigkeit (Trinität). Die graphische Stilisierung will
die absolute und kosmische Bedeutung der Gottesbegegnung des Moses am brennenden
Dornbusch betonen. Auch in der Zuwendung zur Welt, auch in seinem Eingehen in
die Geschichte des Volkes Israel bleibt Gott transzendent, er übersteigt unser
Fassungsvermögen. Auch wenn er uns seinen Namen sagt ‚Ich bin, der ich bin’
bleibt er ein Mysterium. So wahrt er seine Souveränität.
Das Kreuz
ist wie Taufschale, Kanne und Kerzenleuchter eine Arbeit des Laacher
Benediktiners Pater XXX. In einer bestimmten Perspektive bildet sich aus dem
Licht im Kreuz sozusagen ‚der Schatten des Gekreuzigten’.

Abendmahlsgeräte
Wandteppich: Der brennende Dornbusch
Die stilisierte Form des brennenden Dornbusches (2. Mose 3) verweist wie der in
ihr wiederkehrende graphisch gestaltete Nimbus (vgl. Auferstehungsikone) und die
angedeutete Kelchschale auf wesentliche Erfahrungen der Begegnung mit Gott. Die
starke Betonung der dunkel ausgeführten Dornen kann als Passionssymbolik
verstanden werden.

Antependien
Werkstatt Kurt Wolff

für die Osterzeit
Christus, die aufgehende Sonne

Für die Weihnachtszeit
der Stern von Bethlehem

Für die festlose Zeit
„Folgt mir nach; ich will euch zu
Menschenfischern machen!“ Mk. 1,17

- Handarbeit Waltraud Kuttler
Ikonen:
Auschnitt aus der ‚altestamentlichen Dreifaltigkeit’,
sog. Troiza von Andrei Rublev

Der siebenarmige Leuchter (Menora)
keine wirklich qualitätvolle Arbeit aber ein wichtiges Zeichen der Verbindung
von Altem und Neuem Bund. In byzantinischen Kirchen steht der siebenarmige
Leuchter sogar sichtbar im Allerheiligsten hinter dem Altar. Bei uns steht er
vor der Ikone der Dreifaltigkeit.

Für die Osterzeit
Auferstehungsikone ‚anastasis’
Sie wird auch ‚Höllenfahrt’ genannt, denn dargestellt ist nach byzantinischer
Tradition, wie Christus die Pforten des Todesreiches aufstößt und die Menschheit
(vertreten durch Adam und Eva) rettet. Das Geschehen steht vor einem graphisch
gestalteten irrealen Lichtnimbus, dessen Zentrum dunkel ist. Auferstehung ist
gleichzeitig ein geschichtliches und ein kosmisches Ereignis.

Der Hlg. Georg als Kämpfer gegen das Böse
Auschnitt aus einer äthiopischen Ikone

Altar der Kapelle
Krippe
Hugenottenspiegel

Apokalyptische Reiter

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